Ferdinand Schmalz, Foto: Leon HöllhummerDer junge Wiener Dramatiker Ferdinand Schmalz, 1985 in Graz geboren, erhält im Jahr 2017 den “Förderpreis Komische Literatur”. Die Auszeichnung wird gemeinsam mit dem “Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor” für Karen Duve am 11. Februar 2017, 17 Uhr, im Kasseler Rathaus vergeben. Bettina Walther aus dem S. Fischer Theaterverlag, dessen Vorschlag der Stiftungsrat gefolgt ist, wird die Laudatio auf Ferdinand Schmalz halten. 28 deutschsprachige Autorinnen und Autoren waren von Verlagen ins Rennen geschickt worden. Die Kasseler Sparkasse unterstützt auch diesmal großzügig den Förderpreis.

Begründung
In seiner Eigenschaft als Jury begründet der Stiftungsrat seine Entscheidung für Ferdinand Schmalz wie folgt:

“Ferdinand Schmalz langt in seinen Theaterstücken tief ins Metaphorische, das vom Titel bis ins einzelne Wort hochkomisch zerlegt wird. Dabei schraubt Schmalz so lange an der Sprache, bis sich ein ‘Neusinn’ herstellt, der Tief- und Unsinn gleichermaßen sein kann. Die Derbheit des Volkstheaters und die Feinheit der Poesie vermischt er in einer melodiösen Kunstsprache. Gleichwohl treten in seinen Theaterstücken richtige Figuren auf. Es gibt Spannung, Leid, Leidenschaft und immer ein politisches Anliegen. Seinem Publikum vermittelt Schmalz die Freude an der Verknüpfung des Banalen mit dem Existenziellen, an Gesell-schaftskritik mit ausgeklügeltem Kalaueralarm und am lustvoll komischen Spiel mit Sprachbildern und ihrer Auflösung.”

Ferdinand Schmalz
wurde 1985 in Graz als Matthias Schweiger geboren. Der Dramatiker und Theaterwissenschaftler studierte Philosophie und Theaterwissenschaft in Wien. An den Schauspielhäusern Wien und Düsseldorf war er als Regieassistent tätig. Schmalz ist Mitglied im freien Kollektiv “mulde_17″ und Mitbegründer des Grazer Festivals “Plötzlichkeiten”. Auftragswerke schrieb er für das Schauspielhaus Graz, das Schauspiel Leipzig und das Schauspielhaus Zürich.
Der Autor ist gilt als Shootingstar unter den jungen deutschsprachigen Dramatikern – und er ist ein ‘wehleidiger Masochist’, wie er sich auf seiner Website dieSchmalzette nennt. 2013 wurde er mit dem Retzhofer Dramapreis für sein Stück “am beispiel der butter” ausgezeichnet und 2014 zum Nachwuchsdramatiker in der Kritikerumfrage der Zeitschrift “Theater heute” gekürt. Sein Stück “dosenfleisch” erhielt 2016 in der Inszenierung des Wiener Burgtheaters die ehrenvolle Einladung zum Mülheimer Theatertreffen: „an der Oberfläche ein unterhaltsamer Theater-Thriller mit übermütig-albernen Kalauern und deftig-derben Splatter-Motiven. Und unter dieser Oberfläche: Philosophie“, schreibt der Spiegel. Ferdinand Schmalz lebt in Wien.

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