Jess Jochimsen Förderpreisträger 2006/2007

Jess JochimsenJess Jochimsen wurde 1970 in München geboren und lebt mit seiner Familie in Freiburg. Er studierte Germanistik und Politologie. Seit 1995 hatte er über 600 Gastspiele als Kabarettist auf allen bekannten Bühnen Deutschlands. Hinzu kommen zahlreiche Fernsehauftritte u.a. in Scheibenwischer, Quatsch Comedy Club und bei RTL Samstag Nacht. Jess Jochimsens Bücher erscheinen bei dtv. Sein Debüt hatte er im Jahr 2000 mit ‚Bekenntnissen eines 68er-Kindes‘ unter dem vielsagenden Titel Das Dosenmilchtrauma: eine Zeitreise der etwas anderen Art durch eine Kindheit und Jugend als Sohn der beiden einzigen bayerischen 68er. Es folgte der Band Flaschendrehen oder Der Tag, an dem ich Nena zersägte, in dem die Abgründe der Spät- und Postpubertät aufgeworfen werden. Der 2005 erschienene Roman Bellboy oder Ich schulde Paul einen Sommer spielt im Sommer des Jahres 2003, also im Irakkrieg-Möllemann-Hitze-Sommer, und neben anderem wird ein Ausflugsschiff versenkt, der Kanzler im Urlaub besucht, ein Landstrich verwüstet, ein halbes Provinznest geschwängert und eine ganze Reihe der zehn Gebote gebrochen. Auf Jess Jochimsens ‚Imponierliste‘ stehen der „Deutsche Kabarett(Förder)Preis“, das „Passauer Scharfrichterbeil“, der „Prix Pantheon“ und nun auch der „Kasseler Förderpreis Komische Literatur“.

Jess Jochimsen im Internet: http://www.jessjochimsen.de

Die Begründung des Stiftungsrates zur Wahl von Jess Jochimsen lautet wie folgt:
„Der Förderpreis Komische Literatur zeichnet Jess Jochimsen für seine spritzige und leichthändige Prosa aus. Mit dem Roman Bellboy hat der Autor, der aus dem literarischen Kabarett stammt, ein überzeugendes Beispiel seiner Erzählkunst vorgelegt. Schon die Episoden der Bände Das Dosenmilch-Trauma und Flaschendrehen zeigen ihn als einen spitzzüngigen Meister der Pointe und der Situationskomik sowie als scharfen Beobachter von Zeitgeist und Jugendkultur. In seinem Roman gelingt es ihm darüber hinaus, auf höchst unterhaltsame Weise ein Feuerwerk überraschender Einfälle, skurriler Ereignisse, komischer Typen und vielstimmiger Tonlagen zu entfachen und dabei gleichwohl eine fesselnde Geschichte von Anfang bis Ende zu erzählen. Auf diese Weise schreibt Jess Jochimsen, ‚was nicht vergessen werden kann‘.“

Veröffentlichungen:

  • Das Dosenmilch-Trauma. Bekenntnisse eines 68er-Kindes. München: dtv 2000.
  • Falschendrehen oder: der Tag, an dem ich Nena zersägte. München: dtv 2002.
  • Bellboy oder: Ich schulde Paul einen Sommer. München: dtv 2005.
  • Danebenleben. Ein fotografischer Streifzug durchs städtische Hinterland. München: dtv 2007.
  • Was sollen die Leute denken. München: dtv 2011.

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