Frank Schulz - Preisträger 2015

Frank Schulz, Foto: Hans Saalfeld

Foto: Hans Saalfeld

Frank Schulz wurde 1957 in Hagen bei Stade (Unterelbe) geboren und lebt in Hamburg. Nach Ausbildung und mehrjähriger Angestelltentätigkeit als Groß- und Außenhandelskaufmann studierte er Germanistik und Psychologie in Hamburg.

Ab 1982 erschienen erste journalistische, literaturkritische und literarische Veröffentlichungen. Sein Debütroman Kolks blonde Bräute (1991) erlangte schnell Kultstatus. Ausschweifend wird das alkoholdurchtränkte Dasein der vier Freunde Heiner, Bodo, Satschesatsche und Kolk vor allem durch die Sprache selbst lebendig. Das Buch ist der erste Teil der sogenannten Hagener Trilogie; der zweite Teil blieb zunächst in der Schublade. Doch für Harry Rowohlt stand seit dem Debüt von Schulz fest: „Sowieso mein Lieblingsautor!“.

Harry Rowohlt schlug Schulz 1999 für einen Kasseler Förderpreis Komische Literatur vor, den es seither als Erweiterung des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor für viel versprechende Talente literarischer Komik gibt.

Nach dieser Auszeichnung fand sich für den zweiten Teil der Trilogie bald ein Verlag; der opulente Roman erschien unter dem Titel Morbus Fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien zunächst 2001 bei Haffmans in Zürich, dann in einer Neuauflage 2002 bei Eichborn. Es folgten weitere Auszeichnungen und mit Das Ouzo-Orakel (2006) der dritte Teil und Abschluss der Hagener Trilogie.

Nach einem Band mit ‚Gelegenheitsversen‘ unter dem Titel Naturlyrik, Anfängerkurs (2008) und dem Erzählband Mehr Liebe. Heikle Geschichten (2010) kam 2012 bei Galiani der von der Kritik gefeierte Hamburg-Roman Onno Viets und der Irre vom Kiez heraus, ein „unglaubliches Sprachkunstwerk“ (FAZ), dessen Fortsetzungen in 2015 und 2016 folgten.

Aus der Begründung des Stiftungsrates:
Der Preis ehrt einen der großen humoristischen Erzähler unserer Zeit. Seine monumentalen Romane schildern detailversessen und mit höchster Präzision den ganz normalen Irrsinn des heutigen Lebens. Liebevoll zeichnet er die Innenwelt und Kommunikation seiner schrägen Figuren, eingebettet in hinreißende Situations-, Milieu- und Landschaftsbeschreibungen. Ob Scherz, Satire, Ironie, Groteske oder Nonsens – Schulz spielt meisterhaft auf der Klaviatur des Komischen, um menschliche Abgründe von Lust, Sucht und Versagen auszubreiten, Überlebens- und Palaverstrategien vorzuführen oder den allgegenwärtigen medialen Trash zu entsorgen. Virtuos und hochkomisch komponiert er eine Symphonie der Stimmen, der Dia- und Soziolekte, Redemarotten und Lieblingswörter.“

Veröffentlichungen u. a.:

  • Kolks blonde Bräute. Eine Art Heimatroman. Hagener Trilogie I.  Zürich: Haffmans 1991.
  • Morbus Fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien. Roman. Hagener Trilogie II. Zürich: Haffmans 2001.
  • Das Ouzo-Orakel. Roman. Hagener Trilogie III. Berlin: Eichborn 2006.
  • Naturlyrik, Anfängerkurs und andere Gelgenheitsverse. Frankfurt a.M.: Haffmans bei Zweitausendeins 2008.
  • Mehr Liebe. Heikle Geschichten. Berlin: Galiani 2010.
  • Onno Viets und der Irre vom Kiez. Roman. Berlin: Galiani 2012.
  • Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen. Roman. Berlin: Galiani 2015.
  • Onno Viets und der weiße Hirsch. Roman. Berlin: Galiani 2016.

Weitere Information zu Frank Schulz auf dessen Homepage.