Gerhard Polt - Preisträger 2006/7

Gerhard Polt wurde 1942 in München geboren und wuchs im katholischen Wallfahrtsort Altötting auf. Nach seinem Abitur studierte er in München Politikwissenschaften, Geschichte und Kunstgeschichte. Später wandte er sich der Skandinavistik zu und studierte in Schweden nordische Sprachen. Danach arbeitete er als Dolmetscher, Übersetzer und Lehrer in München. 1976 trat Polt in der Münchner Kleinen Freiheit zum ersten Mal mit dem kabarettistischen Programm „Kleine Nachtrevue“ auf und spielte später am Berliner Schiller-Theater. Einem breiten Fernsehpublikum wurde Polt mit seiner ständigen Partnerin Gisela Schneeberger durch die 12-teilige Serie Fast wia im richtigen Leben (1979 bis 1988 in der ARD) und durch Auftritte in Dieter Hildebrandts Kabarett-Sendung Scheibenwischer bekannt. Seine erste große Auszeichnung erhielt er 1980 mit dem „Deutschen Kleinkunstpreis“, dem viele weitere Preise für sein schauspielerisches, literarisches und kabarettistisches Werk folgten. Mit der befreundeten Biermösl Blosn steht er seit Jahren mit gemeinsamen Theater-Revuen und Tourneen auf der Bühne, beispielsweise mit dem von der Kritik einhellig gefeierten Stück Offener Vollzug im Residenz Theater München. Seinem ersten Spielfilm Kehraus (1983) folgte im Jahr 1988 der Erfolgsfilm Man spricht deutsch, den er zusammen mit Regisseur Hanns Christian Müller produzierte. Vor und hinter der Kamera agierte Polt 1991/1992 als Regisseur, Drehbuchautor und Titelheld von Herr Ober.

In der Begründung des Stiftungsrates heißt es:
„Der Kabarettist, Bühnen- und Filmkünstler Gerhard Polt gehört zu den wichtigsten Schriftstellern der Gegenwart. Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor ehrt seine großen Verdienste um die komische Literatur. Bei Gerhard Polt wird Geschichtsschreibung zur Satire und Systemkritik zur freistaatlichen Groteske. Indem er dabei unnachahmlich in Brüchen, Leersätzen und Wucherungen das Scheitern der Kommunikation zur Sprache bringt, wird sein Humor poetisch. So erschließt sich gerade beim Lesen seiner Hörtexte die raffinierte Form seiner Sprachvirtuosität. Gerhard Polts Circus Maximus mit seiner einzigartigen Mischung von Erzähl-, Bühnen-, Sprech-, Dialekt- und Unsinnsdichtungen ist schon jetzt der zeitgenössische Komik-Klassiker.“

Gerhard Polt im Internet: www.polt.de.

Veröffentlichungen u.a.:

  • Da schau her. Alle alltäglichen Geschichten. Mit Hanns Christian Müller. Mit Zeichnungen von Reiner Zimnik und vielen Fotos. Zürich: Haffmans 1984.
  • Die Exoten. Schauspiel in 11 Bildern. Mit Hanns Christian Müller. Zürich: Haffmans 1985.
  • Ja, mei. Neue und umfassende alltägliche Geschichten. Mit Hanns Christian Müller. Mit Zeichnungen von Volker Kriegel. Zürich: Haffmans 1987.
  • Im Schatten der Gans. Sieben weihnachtliche Geschichten. Zürich: Haffmans 1995.
  • Menschenfresser und andere Delikatessen. Einige mit Hanns Christian Müller. Mit Zeichnungen von Reiner Zimnik. Zürich: Haffmans 1997.
  • Rafael Schmitz der Pommfritz. Mit Bildern von Michael Sowa. Zürich: Kein & Aber 1999.
  • Heute wegen Tod geschlossen. Dialoge von A nach B. Zeichnungen von Greser & Lenz. Zürich: Kein & Aber 2001.
  • Circus Maximus – Das gesammelte Werk. Geschichten, Stücke, Monologe und Dialoge. Teilweise in Zusammenarbeit mit Hanns Christian Müller. Zürich: Kein & Aber 2002.
  • Da fahren wir nimmer hin – Urlaubsimpressionen. Mit Hanns Christian Müller. Illustration von Volker Kriegel. Zürich: Kein & Aber 2003.
  • Hundskrüppel. Lehrjahre eines Übeltäters. Zürich: Kein & Aber 2004.
  • Manege frei! Monologe und Dialoge. Teilweise in Zusammenarbeit mit Hanns Christian Müller. Stuttgart: Reclam 2007.
  • Drecksbagage. Anwürfe, Unterstellungen, aber auch Ehrabschneidungen. Mit Illustrationen von Reiner Zimnik. Zürich: Kein & Aber 2008.
  • Öha! Kleine Wiesn- und Heimatkunde. Teilweise in Zusammenarbeit mit Hanns Christian Müller. Illustrationen von Volker Kriegel. Zürich: Kein & Aber 2011.
  • Kinderdressur. Geschichten. Zürich: Kein & Aber 2013.
  • Der große Polt. Ein Konversationslexikon. Hrsg. von Claudia Pichler. Zürich: Kein & Aber 2017.